
Team stellte dass natürlich genauso wenig ein Problem dar wie das Auffinden bestimmter Strassen oder Orte, das Einsammeln von Kochrezepten oder das Mannschafts-Foto auf einem Montenegrinischen Fußballplatz.
Geschlafen wurde meist im Auto: Nicht nur dass das Reglement die Übernachtungskosten auf 11 EUR pro Nacht limitiert, nach bis zu 18 Stunden Fahrt haben sich die Benztown-Beduinen meist der Einfachheit halber in freier Wildbahn niedergelassen: In Slowenien an einer wunderschönen Burg, in Griechenland auf einer Obstwiese und in den Ost-Türkischen Bergen an einem oasenartigen Brunnen mitten im Nirgendwo. In diesen Momenten, als die Motoren nach hunderten von teils schwierigen Kilometern schwiegen, kam Horst Hells Moment – er hatte ja tagsüber Pause.
So ging es dahin, bis es Horst in Syrien eindeutig zu warm wurde: Nachdem bis dahin die Nächte durchaus kühl waren, fanden sich die 12+1 Benztown-Beduinen nun zweifelsfrei
in einem staubigen, heißen Wüstenstaat wieder. Dies hatte zwei eigentlich widersprüchliche Folgen: Einerseits konnte Horst Hell sich jetzt nur noch mit etwa dem 10-fachen seiner Optimaltemperatur einbringen, andererseits reduzierte sich seine Verfügbarkeit noch schneller als zuvor: Arabische Wüstenstaaten zeichnen nicht nur durch Hitze und Staubigkeit, sondern auch durch die weitgehende Abwesenheit von Bier aus. Möchte man etwa im Hotel eines von Horst Hells lokalen Pendants probieren, muss man das in Jordanien bereits bei der Zimmerbuchung dazusagen.
So verabschiedete sich der letzte Tropfen Horst Hell nahe der beeindruckenden Weltkulturerbe-Stätte Petra in Südjordanien in unseren Kehlen. Die Schönbuch Aufkleber auf unseren Autos erregten aber bisweilen trotzdem noch Aufsehen: So kann man behaupten, unsere Stuttgarter Autos haben an einem recht entlegenen Winkel Jordaniens einer beeindruckenden Kreuzritterburg beinahe die Schau gestohlen – der Bus mit Böblinger Reisenden konnten es jedenfalls kaum glauben und scharten sich mit Kameras um die Fahrzeuge.
Nach knapp 2 Wochen dann kam der schwierige Moment, an dem wir unsere so lieb gewonnenen rollenden Wohn-, Schlafund Esszimmer abgeben und die Schlüssel übergeben mussten. Wir sind uns aber sicher, dass die neuen Besitzer im Orient viel Freude an den Autos haben werden. Und vielleicht auch an den (leeren) Schönbuch Kästen mit Horst Hells „exotischem“ Antlitz, die noch im Kofferraum stehen.
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